Der Bankenbrief – Kompakt, informativ und ohne eigenen Rechercheaufwand.

Bankenbrief
Wichtiges vom 20. April 2017

Das Thema

Verbraucherschützer klagen wegen Geldautomaten-Gebühren  

Die anhaltende Diskussion um Entgelte für das Geldabheben an Automaten hat Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. Sie wollen gegen jene Geldhäuser vorgehen, denen sie mangelnde Transparenz bei neuen Kontomodellen vorwerfen. "Wir haben klare Belege, dass drei Institute ihre Kunden vorher nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben", sagte Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank läuft bereits vor dem Landgericht Halle." Die Institute müssen Görner zufolge ihre Kunden zwei Monate vor geplanten Preisänderungen informieren und sie auf ihr Kündigungsrecht aufmerksam machen. Die extrem niedrigen Zinsen setzen die Geldhäuser unter Druck, neue Geschäfts- und Entgeltstrukturen zu entwickeln. Recherchen des Finanzportals Biallo zufolge verlangen rund 40 Sparkassen und etwa 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden je nach Kontomodell Gebühren in unterschiedlicher Höhe für das Abheben von Bargeld. Medienberichten zufolge haben einige Sparkassen und Volksbanken das Entgelt inzwischen aber wieder abgeschafft, weil es sich nicht gelohnt habe. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben darauf verwiesen, dass das Abheben für ihre Kunden grundsätzlich weiter kostenlos sei. Nur wer ein entsprechendes Kontomodell wähle, zahle Gebühren. Bei Commerzbank, HypoVereinsbank, Deutsche Bank und Postbank, die in der Cash Group vereint sind, ist das Bargeldabheben am Automaten für eigene Kunden und Kunden dieser Gruppe nach wie vor kostenlos.
spiegel.de     
zeit.de     
wiwo.de     

Die Meldungen

Fachverband: Kreditvergabe steigt um fast 10 Prozent

Die niedrigen Zinsen haben Verbraucher und Unternehmen zu mehr Krediten greifen lassen: 2016 stieg die Vergabe der Kreditbanken um 9,2 Prozent auf 141,3 Milliarden Euro, teilte der Bankenfachverband heute mit. Zum Jahresende erreichte der Kreditbestand mit 172,5 Milliarden Euro einen Höchstwert. Jeder zweite Euro, den die Institute an Privat- und Firmenkunden verliehen, wurde für die Finanzierung von Kraftfahrzeugen verwendet, speziell für Gebrauchtwagen. 98 Prozent aller Konsumentenkredite würden ordnungsgemäß zurückgezahlt. Inzwischen werde jeder vierte Kredit übers Internet angebahnt, berichtete Verbandschef Jan Wagner. Der Vertragsabschluss erfolge aber meist noch auf Papier. "Die Zeit ist reif für einen digitalen Kreditvertrag."

Französische Banken am Wahlsonntag in Alarmbereitschaft

Auf die erste Runde der französischen Präsidentenwahlen an diesem Sonntag haben sich die Banken des Landes vorbereitet. Sie versetzten ihre Mitarbeiter in Bereitschaft, um schnell auf Volatilitäten an den Märkten und auf Kundenanfragen reagieren zu können. Der Ausgang wäre brisant, wenn die rechtsextreme Euro-Gegnerin Marine Le Pen im zweiten, entscheidenden Wahlgang auf den Alt-Linken und EU-Kritiker Jean-Luc Mélenchon treffen sollte, der zuletzt in Umfragen nahe zum favorisierten unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron aufgeschlossen hatte. Ein Sieg Le Pens bei der Stichwahl am 7. Mai würde die Börsen Experten zufolge ins Chaos stürzen. 

Mastercard will mit neuer Karte Fingerabdruck-Scan voranbringen   

Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard will mit einer neuen biometrischen Karte die Authentifizierung durch Fingerabdruck vereinfachen. Zusammen mit der Lebensmittelkette Pick n Pay und der Absa Bank, einer Tochter der Barclays Africa, hat Mastercard sie in Südafrika getestet. Die neue Karte setzt auf den Fingerabdruck-Scan, der bereits für mobile Zahlvorgänge benutzt wird, kombiniert diesen aber mit einem neuen biometrischen Leser. Dies ermöglicht nach Unternehmensangaben eine dünnere, flexiblere Karte, die weltweit an Bezahlterminals eingesetzt werden kann.

American Express mit Gewinnrückgang

Der US-Kreditkartenanbieter American Express hat im ersten Quartal – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum – einen Gewinnrückgang um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) verbucht. Die Einnahmen fielen um 2 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Ursächlich seien der starke Dollar und das Ende der Partnerschaft mit der Großhandelskette Costco, teilte das Unternehmen mit. Anders als die Konkurrenten vergibt das Unternehmen auch eigenständig Kredite.
finanzen.net     

US-Bankenaufsicht räumt Versäumnisse bei Wells Fargo ein

Die US-Bankenaufsicht hat in der Affäre um fingierte Konten bei Wells Fargo unzureichende Kontrollen eingestanden. Wie einem Untersuchungsbericht der mit der Bankenregulierung betrauten Bundesbehörde Office of the Comptroller of the Currency (OCC) zu entnehmen ist, erhielten die Aufseher bereits im Januar 2010 mehr als 700 Hinweise von Whistleblowern, nahmen aber keine ernsthaften Ermittlungen auf. Erst Ende 2016 wurden gegen das Geldhaus wegen der unautorisierten Eröffnung von rund 2 Millionen Spar- und Kreditkarten-Konten Bußgelder verhängt.
abcnews.go.com     

Russische Notenbank deutet weitere Zinssenkung an

Die Zentralbank Russlands hat eine weitere Zinssenkung signalisiert. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Finanzinstitute mit Geld könnte nächste Woche um einen halben oder einen Viertel Prozentpunkt herabgesetzt werden, sagte Notenbankchefin Elvira Nabiullina. Der Leitzins war bereits im März um einen Viertel Prozentpunkt auf 9,75 Prozent reduziert worden.
reuters.com     

Taschengeld, Konto & Co – Geldanlage für Kinder

Icon Top News Die Osterferien sind vorbei – jetzt beginnt für alle Schulkinder der Endspurt bis zu den Zeugnissen. Für manch gute Note gibt’s dann von den Eltern eine Belohnung in Form eines Extra-Taschengeldes. Aber ab wann sollten Kinder überhaupt Taschengeld bekommen? Natürlich liegt die Entscheidung allein bei den Eltern. Allerdings ist es sinnvoll, Vorschul- und Schulkindern ab fünf bis sechs Jahren regelmäßig ein kleines Taschengeld zu geben, am Anfang z.B. 50 Cent jedes Wochenende. So können Kinder sich schon Kleinigkeiten kaufen und frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen. Auch können Eltern ihrem Nachwuchs ein Kinderkonto einrichten. Einige Banken bieten solche Konten meist ab dem siebten Lebensjahr an – dann sind Kinder beschränkt geschäftsfähig. Was mit diesen Konten alles möglich ist, und was bei Geldanlagen für Kinder beachtet werden sollte, lesen Sie hier:

Die Köpfe

Achleitner bestbezahlter Aufsichtsratschef

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, ist der am meisten verdienende Chefkontrolleur eines Dax-Konzerns. Mit einer Gesamtvergütung von 800.000 Euro war er 2016 – wie auch im Vorjahr – Spitzenverdiener. Das geht aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens hkp/// group hervor. Im Durchschnitt erhielten die Aufsichtsratschefs der 30 Börsenschwergewichte 386.000 Euro. Das waren 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
finanzen.net     

Deutsche-Börse-Chef Kengeter will keine Großfusion mehr

Nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) hat sich der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, gegen weitere mögliche Großprojekte dieser Art gewandt. "Ich sehe keine Großfusion, die jetzt für uns attraktiv wäre", sagte er in einem Interview. Die Börse müsse vielmehr aus eigenen Kräften wachsen. Auch die Übernahme von kleinen und mittleren Unternehmen käme in Frage. Er selbst wolle Börsen-Chef bleiben, dränge sich aber nicht auf. Obwohl dies üblich ist, wurde Kengeters Vertrag, der am 31. März 2018 ausläuft, bislang nicht verlängert.
n-tv.de     

Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer sieht Reformstau in Frankreich

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, rechnet auch nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich mit keinen grundlegenden Reformen im Nachbarland. "Der wahrscheinliche Wahlsieger, der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron, ist kein wirtschaftspolitischer Heilsbringer", sagte er. Er erwarte eine Fortsetzung der zögerlichen Reformpolitik des jetzigen Präsidenten François Hollande. Das Hauptproblem in Frankreich sei  die hohe Arbeitslosigkeit.
bild.de     

BDF-Chef de Galhau: Regulierung nicht zurückdrehen

Der Chef der Banque de France (BDF), François Villeroy de Galhau, hat vor einer Lockerung der Bankenregulierung gewarnt. "Jedwede Versuchung, hier zurückzugehen oder massiv zu deregulieren, würde die Gefahr einer weiteren Finanzkrise erhöhen", erklärte er. Entscheidend sei das Vorgehen der neuen US-Regierung. 

Der Tweet des Tages
#Verbrauchertipp: Ab wann #Taschengeld für Kids? Prepaid-#Kreditkarte, ja oder nein? Ab wann ein eigenes Konto? http://bit.ly/2oSUBNv (tp)
twitter.com     

Am Vortag meistgeklickt

Wie Emojis die Kommunikation beleben :-)

Sie gehören zu unserem digitalen Alltag, ob bei Messenger-Diensten, klassischen SMS oder E-Mails: Emojis sind allgegenwärtig. Sie eignen sich für die sehr schnelle Vermittlung von Gefühlen und Botschaften. Für fast jede Situation gibt es ein passendes. Die beliebtesten sind Smileys und Herzen, aber auch Daumen hoch, Glückskleeblatt oder Feuerwerk werden gern genommen. Solche Emoticons beispielsweise in der Betreffzeile bringen laut der US-Plattform E-Mail Marketing Daily um 20 Prozent höhere Öffnungsraten, die Click-Through-Rate steigt um bis zu 50 Prozent. Allerdings sollte vor dem Einsatz geklärt werden, ob die Icons zum Unternehmen passen und welche Bedeutung sie noch haben könnten. Wie Emojis das Marketing pushen können, lesen Sie hier:

Was morgen wichtig wird
In Washington beginnt die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank (bis 23. April). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, treten bei Pressekonferenzen auf. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht seinen Monatsbericht für April. Das europäische Statistikamt Eurostat legt seine Zahlen für die Leistungsbilanz der Eurozone vor.

Der Nachschlag

Womit Sie Mitarbeiter bei Laune halten

Snacks, Kickertische oder Sitzgelegenheiten für jeden Geschmack – Chefs lassen sich rund um die Arbeit viel einfallen, um ihren Mitarbeitern ein Wohlfühlklima zu bieten. Der Internetkonzern Google hat sogar eine Rutsche im Büro installiert, damit seine Angestellten fröhlich von Etage zu Etage gleiten. Coffeelounges gehören schon fast zum Alltag, individuell gestaltete Wände für Selfies oder Schlafkabinen dagegen weniger. Welche Möglichkeiten es gibt und was einige Unternehmen sich sonst noch ausdenken, lesen Sie hier:
sueddeutsche.de