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Bankenbrief
Wichtiges vom 21. April 2017

Das Thema

Bank führt Ermittler auf Spur des mutmaßlichen Dortmund-Attentäters

Laut eines Medienberichts hat die Comdirect Bank der Polizei einen entscheidenden Hinweis auf den mutmaßlichen Verursacher des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund (BVB) gegeben. Demnach hatte ein 28-Jähriger 15.000 sogenannte Verkaufsoptionen (Puts) auf die Aktie des Bundesligisten am Tag des Anschlags erworben. Bankmitarbeiter erstellten daraufhin eine Verdachtsanzeige auf Geldwäsche. Der heute Festgenommene hatte nach Angaben der Ermittler einen Kurssturz der BVB-Aktie auslösen wollen. "Der Täter hat ganz offensichtlich einen Verbraucherkredit aufgenommen", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. Das Geld soll in den Kauf der Puts geflossen sein. Dank der Hebelwirkung der Papiere hätte der Gewinn bis zu 4 Millionen Euro betragen können, hieß es. Der Verdächtige war am Morgen in Baden-Württemberg durch Spezialkräfte der GSG 9 festgenommen worden. Es ist allerdings fraglich, ob das Geschäft geglückt wäre. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hätte nach einem Kurssturz der BVB-Papiere routinemäßig auffällige Transaktionen untersucht. Dem Verdächtigen droht jetzt eine Anklage wegen versuchten Mordes, dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährlicher Körperverletzung.
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Die Meldungen

Deutsche Bank begrüßt Einigung mit Fed

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat eine Geldbuße in Höhe von 156,6 Millionen Dollar (146,1 Millionen Euro) gegen die Deutsche Bank verhängt. Dabei ging es um Manipulationen am Devisenmarkt. "Wir begrüßen es, dass wir diese zivilrechtlichen Angelegenheiten mit der US-Notenbank Federal Reserve beilegen konnten", hieß es in einer Erklärung des Geldhauses. Allerdings untersucht die New Yorker Finanzaufsicht DFS nach wie vor, ob das elektronische Devisenhandelssystem der Bank für Manipulationen genutzt wurde.

Großbritannien soll für EBA-Umzug aufkommen

Das Vereinigte Königreich soll den nach dem Brexit notwendigen Umzug der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) von London in die Europäische Union (EU) bezahlen. Zudem fordert die EU nach dem Austritt Großbritanniens jährliche Zahlungen für früher eingegangene Verpflichtungen. Das geht aus einem heute bekannt gewordenen Papier hervor.
de.reuters.com     

Griechenland übertrifft Überschussziel

Griechenland hat im vergangenen Jahr überraschend einen Haushaltsüberschuss in Höhe von knapp 7 Milliarden Euro erzielt, wenn die Kosten für Kredite herausgerechnet werden. Dieser sogenannte Primärüberschuss lag damit bei 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das Statistikamt des Landes heute mitteilte. Die internationalen Geldgeber Griechenlands hatten als Ziel mindestens 0,5 Prozent gesetzt.
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Visa übertrifft Analysten-Erwartungen

Der Kreditkartenanbieter Visa hat im ersten Quartal sein operatives Ergebnis auf 2,1 Milliarden Dollar (1,96 Milliarden Euro) gesteigert. Das ist ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Das Unternehmen übertraf damit die Schätzungen von Analysten. Allerdings belastete der Rückkauf des Europageschäfts von zahlreichen Geldhäusern den Überschuss. Der ging von 1,7 Milliarden Dollar (1,59 Milliarden Euro) auf 430 Milliarden Dollar (401 Millionen Euro) zurück.
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Unternehmensstimmung auf höchstem Stand seit 2011

In der Eurozone hat sich die Stimmung in den Unternehmen überraschend weiter aufgehellt und den höchsten Wert seit sechs Jahren erreicht. Der Einkaufsmanagerindex stieg im April um 0,3 Punkte auf 56,7 Punkte. Das teilte heute das Marktforschungsunternehmen IHS Markit mit. "Die Eurozone ist mit viel Schwung ins zweite Quartal gestartet", sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt des Unternehmens. "Derart starkes Wachstum dürfte – sollte es anhalten – auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Volkswirte ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2017 nach oben revidieren."
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Die Köpfe

Trump will Finanzgesetze überprüfen lassen

US-Präsident Donald Trump wird heute mehrere Dekrete mit Bedeutung für den Bankensektor unterschreiben. So soll Finanzminister Steven Mnuchin einen Teil des Finanzreformgesetzes Dodd-Frank überprüfen. Bislang erlaubt es Behörden, schwächelnde Geldhäuser während einer Krise zu liquidieren. Zudem will Trump mehrere Steuerregulierungen auf den Prüfstand stellen.

Kritik an unklarem Kurs Mnuchins

Ein Medienbericht hat heute unklare Äußerungen des US-Finanzminister Steven Mnuchin beklagt. Als ein Beispiel wurde seine Haltung zu weltweit gültigen Regeln für Banken genannt. So sagte er zur internationalen Zusammenarbeit, die gerade den Europäern am Herzen liege: "Man muss nicht nach Einheitslösungen suchen, die für jedes Land passen." Gleich danach betonte er aber, wie wichtig "natürlich ein ebenes Spielfeld für alle" sei.

Hohrein verlässt Comdirect

Holger Hohrein, bisher Chief Risk Officer und Vorstandsmitglied der Comdirect Bank, geht zum Hamburger Fintech-Unternehmen Deposit Solutions. Dort wird er die Position des Chief Operating Officer übernehmen.

Der Tweet des Tages
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Am Vortag meistgeklickt

Womit Sie Mitarbeiter bei Laune halten

Snacks, Kickertische oder Sitzgelegenheiten für jeden Geschmack – Chefs lassen sich rund um die Arbeit viel einfallen, um ihren Mitarbeitern ein Wohlfühlklima zu bieten. Der Internetkonzern Google hat sogar eine Rutsche im Büro installiert, damit seine Angestellten fröhlich von Etage zu Etage gleiten. Coffeelounges gehören schon fast zum Alltag, individuell gestaltete Wände für Selfies oder Schlafkabinen dagegen weniger. Welche Möglichkeiten es gibt und was einige Unternehmen sich sonst noch ausdenken, lesen Sie hier:
sueddeutsche.de     

Was in den nächsten Tagen wichtig wird
Am Sonntag endet in Washington die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. In Frankreich entscheiden die Bürger über den Ausgang der ersten Runde bei den Präsidentschaftswahlen. Am Montag veröffentlicht die Deutsche Bundesbank ihren Monatsbericht.

Der Nachschlag

Kritik als Feedback begreifen

Kritische Worte vom Vorgesetzen oder Kunden können wehtun oder einen richtig auf die Palme bringen. Das wären aber falsche Reaktionen. "Wenn wir uns sagen: Kritik ist grundsätzlich nur Feedback und die Meinung eines anderen, muss ich mich nicht sofort in eine Verteidigungsposition bringen", sagt Unternehmensberaterin Anja Gerber-Oehlmann. Kritik sei etwas Positives. Sie ist "kostenloses Feedback, eine Trainingseinheit, um besser zu werden". Wie Sie mit ungerechtfertigter Kritik umgehen und wie eine erste Reaktion aussehen sollte, lesen Sie hier:
impulse.de