Der Bankenbrief – Kompakt, informativ und ohne eigenen Rechercheaufwand.

Bankenbrief
Wichtiges vom 19. Juni 2017

Das Thema

Großbritannien will "besondere Partnerschaft" mit EU

Zum Auftakt der Brexit-Verhandlungen heute in Brüssel hat der britische Unterhändler David Davis angekündigt, seine Regierung strebe eine "neue, tiefe und besondere Partnerschaft" mit der EU an. EU-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, er hoffe, in der ersten Runde einen Zeitplan für die weiteren Gespräche zu erarbeiten, um die EU-Regierungs- und Staatschefs auf ihrem Gipfel am Ende der Woche darüber zu informieren. Am Abend wollen Davis und Barnier eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Regierungschefin Theresa May hatte stets betont, sie wolle einen harten Brexit und damit auch den Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Derweil sorgen sich die Briten angesichts der steigenden Inflation zunehmend um ihre Finanzkraft. Das Barometer für die finanziellen Aussichten der privaten Haushalte in den kommenden zwölf Monaten fiel im Juni auf einen der niedrigsten Werte seit Ende 2013, wie das Institut IHS Markit mitteilte. Die US-Investmentbank Goldman Sachs kündigte an, schon jetzt damit zu beginnen, Stellen von London nach Frankfurt und in andere europäische Städte zu verlagern. Das Institut könne nicht warten, bis der Austritt Großbritanniens aus der EU im Detail geregelt sei, sagte Europa-Chef Richard Gnodde. Die Zahl der Mitarbeiter in Frankfurt solle voraussichtlich mehr als verdoppelt werden. Die Frist der Austrittsverhandlungen läuft am 29. März 2019 ab. Die Verhandlungen sollen allerdings bis Herbst 2018 abgeschlossen sein, damit die Bedingungen des Austritts von allen Seiten abgesegnet werden können, sagte Barnier.
tagesschau.de     
faz.net     
spiegel.de     
uk.reuters.com     
faz.net (Goldman Sachs)     

Die Meldungen

EZB: Institute sollen ab Sommer Cyber-Attacken melden 

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) will die von ihr überwachten Banken auffordern, ab Sommer bedeutende Cyber-Vorfälle zu melden. Dadurch könne besser abgeschätzt werden, wie viele Angriffe es gegeben habe und von welcher Gefahr in Zukunft auszugehen sei, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger heute in Frankfurt. Es besteht bereits ein Rahmenwerk für die Meldung von Cyber-Attacken, das in einer Pilotphase bei den Instituten getestet wurde.
diepresse.com     

Sparkassen erwägen Fusion zwischen Berliner Hyp und Deutscher Hypo 

Die Sparkassen prüfen Medieninformationen zufolge für die Immobilienbank Berlin Hyp eine Neuausrichtung. Diese könnte in eine Fusion mit der Deutschen Hypothekenbank münden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) berate sich dazu mit Investmentbankern. Zusammen hätten beide Banken eine Bilanzsumme von mehr als 50 Milliarden Euro und wären damit voraussichtlich der größte gewerbliche Immobilienfinanzierer in Deutschland.

EU-Plan: Banken und Anwälte sollen verräterische Steuer-Deals melden 

Die EU-Kommission bereitet einen Gesetzentwurf vor, der Anwälte, Banker und Wirtschaftsprüfer dazu verpflichtet, verräterische Steuer-Deals an die Finanzbehörden zu melden. Der Vorschlag sei eine Reaktion auf den Skandal um die Panama Papers im Kampf gegen Steuerflucht. Brüssel wolle einen entsprechenden Gesetzentwurf am kommenden Mittwoch präsentieren, hieß es in Medienberichten.
sueddeutsche.de     

BIZ: Globalisierung hat Wohlstand erhöht 

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat sich gegen Kritik an der Globalisierung gewehrt. Das wirtschaftliche Wohlergehen der Menschen habe sich verbessert, heißt es im Jahresbericht, aus dem die BIZ Teile vorab veröffentlicht hat. Die globalen Handels- und Finanzbeziehungen sollten weiter gestärkt und widerstandsfähiger gemacht werden. Allerdings habe die Globalisierung auch negative Effekte, hieß es. Hier könnten die einzelnen Ländern den Betroffenen helfen.
cash.ch     

Studie: Banken müssen sich für Fintech-Unternehmen öffnen 

Banken sollten einer Studie zufolge ein eigenes Modell zur zukünftigen Kundeninteraktion entwickeln und sich dabei auch Drittangeboten von Fintech-Unternehmen öffnen, um ihre Zukunft zu sichern. Die Open-Banking-Entwicklung sei kaum noch aufzuhalten, lautet das Ergebnis des "World Retail Banking Report" von Capgemini. Bislang sehen eine knappe Mehrheit von Fintech-Unternehmen (53,8 Prozent) und 43,5 Prozent der untersuchten Banken gemäß der Analyse eine Zukunft, in der beide gemeinsam branchenübergreifende Plattformen entwickeln.
finews.ch     

Die Köpfe

Yellen verspricht mehr Transparenz bei Stresstests

Die US-Notenbank Fed will mehr Transparenz bei den Banken-Stresstests schaffen. In einem Brief an den US-Kongress kündigte Fed-Chefin Janet Yellen an, man werde unter anderem Beispiele aus den vergangenen Jahren veröffentlichen. Allerdings müssten die dem Test zugrundeliegenden Modelle weiter unter Verschluss bleiben.
www.reuters.com     

Italiens Finanzminister Padoan: EZB wird handeln

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nicht mehr lange zögern wird, die monatlichen Wertpapierkäufe weiter zurückzufahren, um sie schließlich ganz zu beenden. Er rechne in nicht allzu ferner Zukunft damit, sagte er auf einer Veranstaltung in Bologna.
faz.net     

Britischer Finanzminister Hammond nominiert neues BoE-Mitglied

Als neues Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (BoE) hat Finanzminister Philip Hammond die Wirtschaftsprofessorin Silvana Tenreyro nominiert. Dem Ministerium zufolge wird sie Kristin Forbes ersetzen, deren Amtszeit in diesem Monat endet. Forbes gehörte zu den drei Mitgliedern, die sich in der vergangenen Woche abweichend von der Mehrheit für eine Anhebung des Leitzinses in Großbritannien ausgesprochen hatten. 
bbc.com     

Credit-Suisse-Vorstand Amine erwartet mehr Fahrt im M&A-Geschäft

James Amine, verantwortlich für Mergers & Acquisitions bei der Schweizer Bank Credit Suisse, rechnet mit einer Belebung des Geschäfts vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Es sei in Europa mit weiteren Konzernabspaltungen zu rechnen, die mit Börsengängen verbunden seien. Dies sei eine wichtige Entwicklung, denn global habe die Zahl der börsennotierten Gesellschaften abgenommen, sagte er.
finews.ch     

Die Tweets des Tages
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Am Freitag meistgeklickt

Sommerfeste unbeschadet überstehen

Die Saison der betrieblichen Sommerfeste hat begonnen. Nicht bei allen ist die Freude darüber groß, die Kollegen und Chefs in Feierlaune zu treffen – schließlich lauern dabei etliche Tücken. Die Feten können Sie unbeschadet überstehen, wenn Sie einige Ratschläge von Kennern befolgen. Dazu gehört auch, Alkohol nur in Maßen zu genießen. Dass es eher leger zugeht und auf Krawatten verzichtet werden sollte, ist eine Selbstverständlichkeit. Kniffliger ist es schon, welche Gruppen Sie meiden sollten und welche Gesprächsthemen ein No-Go sind. Die zehn Faustregeln lernen Sie hier:

Was morgen wichtig wird
Der Cum-Ex-Untersuchungsausschuss präsentiert auf einer Pressekonferenz seinen Abschlussbericht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz sprechen auf dem Tag der Deutschen Industrie 2017. Das Ifo Institut legt seine Konjunkturprognose für 2017/2018 vor. In Berlin wird der Deutsche Gründerpreis verliehen. Union Investment veranstaltet eine Konferenz zum Thema: "Ressourcenknappheit im globalen Kontext – ein vernachlässigtes Investmentrisiko". Der Bankenverband beschäftigt sich in seiner Reihe "Gespräch in der Burgstraße" mit dem Thema "Robo-Advice – Mit Algorithmen zur Anlageentscheidung". 

Der Nachschlag

Peinlichkeiten bei Vorstellungsgesprächen

Vorstellungsgespräche werden von beiden Seiten mit großen Erwartungen angegangen. Umso peinlicher ist es, wenn der Interviewte bei den einfachsten Fragen scheitert. So sollte man darauf vorbereitet sein, dass man auch auf Englisch antworten kann, wenn man schildern soll, warum man der oder die Richtige für die fragliche Stelle ist. Wie eine Headhunterin schilderte, begnügte sich ein Kandidat tatsächlich mit der Antwort "I am it" und fiel durch. Welche Peinlichkeiten Sie sich nicht leisten sollten, lesen Sie hier: