Der Bankenbrief – Kompakt, informativ und ohne eigenen Rechercheaufwand.

Bankenbrief
Wichtiges vom 14. Juli 2017

Das Thema

Insider: EZB will bei Einstieg in den Ausstieg flexibel bleiben

Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich nicht auf ein konkretes Enddatum für ihr Anleihekaufprogramm festlegen, um mit ihrer derzeit extrem expansiven Geldpolitik möglichst flexibel zu bleiben. Das wurde heute unter Berufung auf drei Insider berichtet. Die Notenbanker würden damit auch betonen, dass ihr Stimulus-Programm keinem vorherbestimmten Kurs folge. Jegliche Schritte hingen von den Konjunkturdaten ab, hieß es. Die EZB will sich zudem am Ausstieg der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) aus deren Anleiheprogramm, dem sogenannten Tapering, orientieren. Die hatte ihre Wertpapierkäufe in mehreren Schritten auf Null verringert. "Die Fed hat den erfolgreichsten Ausstieg bewerkstelligt, daher ist es das Beispiel, das wir studieren", sagte einer der Insider. Unterdessen erwarten Volkswirte, dass die europäische Notenbank im September ein Abschmelzen ihrer Anleihekäufe gegen Null oder eine Reduzierung des monatlichen Kaufvolumens beschließen wird. Das sagten knapp drei Viertel der von Reuters befragten Volkswirte. Laut der heute veröffentlichten Umfrage rechnen 18 Prozent mit einem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik erst im Oktober.
reuters.com     
n-tv.de     

Die Meldungen

Commerzbank Marktführer bei LBO-Finanzierungen

Die Commerzbank hat im ersten Quartal dieses Jahres neun Leveraged-Buy-out-Finanzierungen (LBO-Finanzierungen) in Deutschland arrangiert. Die Kredite hatten ein Volumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro. Der vorherige Spitzenreiter SEB wurde damit auf Platz 2 verwiesen. Das ergab der heute veröffentlichte MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium.

Geldvermögen der Deutschen auf Rekordstand

Trotz historisch niedriger Zinsen ist das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Nach heutigen Angaben der Bundesbank stieg es im ersten Quartal dieses Jahres um 1,5 Prozent auf 5.676 Milliarden Euro. Zum Geldvermögen zählen Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht aber Immobilien.
finanzen.net     

JPMorgan übertrifft Analysten-Erwartungen

Die US-Großbank JPMorgan hat im zweiten Quartal dieses Jahres ihren Gewinn um 13 Prozent auf 7 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) verbessert. Das teilte das Geldhaus heute mit. Das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft sei durch die steigenden Zinsen ausgeglichen worden, hieß es. Mit dem Ergebnis übertraf das Institut die Erwartungen von Analysten. 

Rocket Internet verabschiedet sich aus Fintech-Szene

Die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet hat das Kreditportal Lendico an den britischen Hedgefonds Arrowgrass verkauft. Ein Preis wurde nicht genannt. Laut eines Medienberichts von heute hat Rocket Internet nach Zencap 2015 damit seine zweite und letzte Firma aus dem Fintech-Bereich veräußert.
boerse.ard.de     

Nach Brexit: Großbritannien erkennt finanzielle Verpflichtungen an

Die britische Regierung hat erstmals eingeräumt, dass sie finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union (EU) nach dem Austritt nachkommen will. Das schrieb Joyce Anelay, Staatsministerin im Außenministerium, in einer Stellungnahme an das Parlament, ohne einen Betrag zu nennen. EU-Politiker hatten eine Summe von bis zu 100 Milliarden Euro genannt, die das Vereinigte Königreich zahlen müsste, beispielsweise für Pensionen von EU-Beamten oder für gemeinsame Schulden.
bloomberg.com     

SEB steigert operativen Gewinn

Die schwedische Großbank SEB hat zwischen April und Juni 2017 einen operativen Gewinn von 5,68 Milliarden Kronen (595 Millionen Euro) verbucht. Im Vorjahr waren es 5,54 Milliarden Kronen (582 Millionen Euro) gewesen.
reuters.com     

Citi mit Gewinnrückgang

Der Nettogewinn der US-Großbank Citi ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 3 Prozent auf 3,87 Milliarden Dollar (3,39 Milliarden Euro) gesunken. Die Bank nannte heute höhere Kosten und Steuern als Gründe. Das Kreditgeschäft und die Erträge hätten sich jedoch positiv entwickelt, sagte Citi-Chef Michael Corbat.
n-tv.de     

Goldman Sachs lockert Kleidervorschriften

Die US-Großbank Goldman Sachs gibt sich locker. Mitarbeiter dürfen sich von sofort an kleiden wie in der Freizeit. Die Initiative solle die Arbeitsumgebung und die Befindlichkeit der Mitarbeiter verbessern, hieß es in einer Hausmitteilung. Die neuen Regeln gelten allerdings nur für Computerspezialisten. Die stellen allerdings mit 9.000 Mitarbeitern ein Viertel der Belegschaft.

Der Mann im Geldautomat

Gehöriger Schreck für einen Bankkunden in Corpus Christi, Texas: Statt Geldscheinen bekam er einen Zettel aus dem Geldautomaten. Darauf stand: "Hilfe. Ich bin hier drinnen gefangen und habe mein Telefon nicht dabei. Bitte rufen Sie meinen Chef an." Die Polizei konnte den Mann befreien. Es handelte sich um einen Techniker, der zu einer Reparatur in der Filiale war, aber nach Schalterschluss nicht mehr herauskam.

Die Köpfe

OeNB-Vize Ittner: Österreichs Banken müssen Kosten senken

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat die Geldhäuser des Landes aufgefordert, weiter Kosten zu senken und das Eigenkapital zu stärken. "Die momentan gute Gewinnsituation der österreichischen Banken sollte für Zukunftsinvestitionen genutzt werden", sagte Vize-Gouverneur Andreas Ittner heute bei der Vorstellung des halbjährlichen Finanzmarktstabilitätsberichts. "Gleichzeitig sollten die Bemühungen zur Bewältigung der Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld und zur Kostenreduktion nicht nachlassen."
de.reuters.com     

Geisenberger wechselt von der Commerzbank zu Proventis Partners

Bernd Geisenberger, Chef des Geschäftskundenbereichs bei der Commerzbank Schweiz, verlässt das Unternehmen. Er wechselt zu der M&A-Boutique Proventis Partners, wie das Unternehmen heute mitteilte.
finews.ch     

Hall wird Aufsichtsrat bei MyBucks

Christopher Hall ist zum Aufsichtsrat des an der Frankfurter Börse gelisteten Luxemburger Fintech-Unternehmens MyBucks ernannt worden. Das teilte die Aktiengesellschaft heute mit. Hall ist Anwalt an den Oberen Gerichtshöfen von England und Wales und Mitglied der New Yorker Anwaltskammer. Zu Jahresbeginn verließ der ehemalige Senior Finance Partner die internationale Kanzlei Latham & Watkins.
4investors.de     

Der Tweet des Tages
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Am Vortag meistgeklickt

Die schlimmsten Motivationskiller

"Hängt die Würste nicht so hoch." Wenn ein Chef mit solch einem Spruch die Überlegungen seiner Mitarbeiter zu einer Produktverbesserung kommentiert, hat er ganze Arbeit geleistet: Die Motivation seines Teams ist erst einmal weg. Im Berufsleben warten aber noch ganz andere Motivationskiller. Das kann ein schlechtes Betriebsklima sein, geringe Wertschätzung oder nicht eingehaltene Zusagen. Was bei Mitarbeitern sonst noch für Frust sorgt und was man dagegen tun kann, lesen Sie hier:

Was am Montag wichtig wird
In Brüssel beginnt die zweite Runde der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). EU-Verhandlungsführer Michel Barnier und der britische Brexit-Minister David Davis werden dabei erstmals über ganz konkrete Fragen sprechen, beispielsweise über die Rechte der Briten in der EU und die der EU-Bürger im Vereinigten Königreich nach dem Ausstieg. Chinas Statistikbehörde veröffentlicht die Daten zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal, das europäische Statistikamt Eurostat die Inflationsrate für Juni 2017.

Der Nachschlag

Die häufigsten Lügen im Büro

Der Chef nervt, Kollegen lassen einen hängen und dann ruft ein wichtiger Kunde an. Leider ist die Präsentation für ihn noch nicht fertig. Da hilft ehrlich gesagt nur eins: Lügen. "Wir haben gerade IT-Probleme" wäre beispielsweise eine passende Aussage. Oder auch: "Das steht ganz oben auf meiner To-do-Liste". So gewinnt man Zeit. Die häufigsten Büro-Lügen und was sie eigentlich bedeuten, lesen Sie hier:
spiegel.de