Der Bankenbrief – Kompakt, informativ und ohne eigenen Rechercheaufwand.

Bankenbrief
Wichtiges vom 11. August 2017

Das Thema

Inflation in Deutschland fast auf EZB-Niveau

Die Teuerungsrate ist in Deutschland im Juli um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das gab das Statistische Bundesamt heute bekannt. Die Inflation verfehlte damit das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Eurozone von etwas weniger als 2 Prozent nur knapp. Einen Monat zuvor hatte die Inflation 1,6 Prozent betragen. Als Haupttreiber der Entwicklung nannten die Statistiker aus Wiesbaden vor allem Nahrungsmittel (plus 2,7 Prozent), Kaltmieten (plus 1,8 Prozent) und Pauschalreisen (plus 4,3 Prozent). Waren Anfang des Jahres vor allem noch die Energiepreise für den Anstieg der Teuerung verantwortlich, war deren Plus im Juli mit 0,9 Prozent gering. "Der Energieeffekt läuft aus: Die Inflation wird dadurch nicht mehr angetrieben", sagte Stefan Kipar, Ökonom bei der BayernLB. Vorerst sei daher nicht damit zu rechnen, dass sich die Teuerung auf die von der EZB angepeilten Marke zubewege oder sich gar dort festsetze. Kipar rechnet frühestens für Anfang 2019 mit einer Inflationsrate auf EZB-Niveau.
spiegel.de     
n-tv.de     
faz.net     

Die Meldungen

HVB: Operatives Ergebnis um mehr als 50 Prozent gestiegen

Die UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ihr operatives Ergebnis um 55 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro gesteigert. Das geht aus dem heute veröffentlichten Halbjahresbericht hervor. Die Bilanzsumme sank hingegen um 2,5 Prozent auf 294,6 Milliarden Euro. Als Grund wurde das "ausbalancierte und robuste Geschäftsmodell" genannt. Während das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 224 Millionen Euro auf 194 Millionen Euro zurückging, stieg es im Investmentbanking von 260 Millionen auf 552 Millionen Euro.

EZB: Ökonomen geben Zinssenkung Priorität

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte den Ausstieg aus ihrer jetzigen Geldpolitik durch eine Anhebung der Leitzinsen und nicht durch eine Verringerung der Anleihekäufe einleiten. Zu diesem Schluss kommen die Ökonomen Horst Gischer (Universität Magdeburg), Bernhard Herz (Universität Bayreuth) und Lukas Menkhoff (DIW) in einem heute veröffentlichten Beitrag. Ein Anstieg der kurzen Zinsen hätte unter anderem den Vorteil, dass die für den realen Sektor wichtigeren langfristigen Zinsen zunächst weniger betroffen wären, hieß es.
blog.zeit.de     

Warum die ING-DiBa in Deutschland erfolgreich ist

Im zweiten Quartal dieses Jahres hat die ING-DiBa mehr als 50.000 neue Kunden gewonnen. Mit insgesamt acht Millionen Kunden rangiert sie auf dem dritten Platz in Deutschland. Laut eines Medienberichts von heute ist die Tochter der niederländischen Bank ING im Gegensatz zu vielen deutschen Geldhäusern hochprofitabel. Das Verhältnis von Aufwand zum Ertrag liegt zurzeit bei 40 Prozent, deutsche Institute müssten 70 Cent für jeden eingenommenen Euro aufwenden. "Im Vergleich zu deutschen Banken sind unsere Angebote wesentlich simpler, zugänglicher und einfacher", sagte ING-Chef Ralph Hamers.
uk.reuters.com     

W&W steigert Konzernüberschuss um fast ein Drittel

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat in den ersten sechs Monaten 2017 einen Gewinn in Höhe von 154,9 Millionen Euro verbucht. Das ist eine Steigerung um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Während die Bausparkasse unter den niedrigen Zinsen litt, wurde in der Versicherungssparte aufgrund geringerer Unwetterschäden ein gutes Ergebnis erzielt.
swp.de     

Credit Suisse schränkt Handel mit Venezuela-Anleihen ein

Mitarbeiter der Schweizer Großbank Credit Suisse müssen sich Geschäfte mit der Regierung und staatlichen Agenturen Venezuelas genehmigen lassen. Das geht aus einem internen Schreiben des Instituts hervor. Es solle geprüft werden, ob durch Anleihegeschäfte Risiken für die Reputation des Geldhauses bestünden. Man wolle nicht in Transaktionen mit einer Regierung verwickelt werden, die die Menschenrechte verletze, hieß es.

Monte dei Paschi mehrheitlich in staatlicher Hand

Italien hält nach einer staatlichen Hilfe in Höhe von 3,85 Milliarden Euro nun 53,5 Prozent an der Krisenbank Monte dei Paschi. Das teilte das Geldhaus gestern Abend mit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte gestern die Zahlung genehmigt. Insgesamt wird der Staat das Institut mit 5,4 Milliarden Euro unterstützen. Dadurch steigt dessen Anteil auf bis zu 70 Prozent.
finanzen.net     

Instant Payment: RT1 versus TIPS

Zahlungen in Echtzeit (Instant Payments) können in der Europäischen Union (EU) künftig über zwei unterschiedliche technische Strukturen abgewickelt werden. Laut eines Medienberichts von heute startet im November das System RT1. Es wurde von dem Unternehmen EBA Clearing entwickelt, welches von 53 Banken getragen wird, die RT1 ausschließlich nutzen dürfen. Das System der Europäischen Zentralbank (EZB), TARGET Instant Payment Settlement (TIPS), wird erst Ende 2018 starten.
derstandard.at     

Die Köpfe

Fed-Mitglied Dudley: Inflation wird nur langsam steigen

William Dudley, Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), erwartet trotz des anziehenden Arbeitsmarktes und des schwachen Dollars erst mittelfristig einen Anstieg der Inflation in den USA. Über das Jahr gesehen würden die schwachen Teuerungsraten erst in sechs bis zehn Monaten verschwinden, sagte er.

Wells Fargo: Ex-Fed-Bankerin Duke soll neue Chefaufseherin werden

Bei der krisengeplagten US-Großbank Wells Fargo steht ein Wechsel bei der Position des Chefaufsehers bevor. Laut Medienberichten von heute soll Elizabeth Duke, frühere Mitarbeiterin der Notenbank Federal Reserve (Fed), auf Stephen Sanger folgen. Er ist erst seit vergangenem Oktober im Amt.
fnlondon.com     

Ex-Google-Mitarbeiter Bailey soll LaterPay in den USA etablieren

Der Bezahldienst für journalistische Inhalte, LaterPay, will sein Geschäftsmodell in die USA ausweiten. Hal Bailey, ehemaliger Leiter Business Development bei Google, wird die Niederlassung in New York führen. Laut eines Medienberichts von heute hat das Unternehmen für die Expansion 5 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. In Deutschland gehört Spiegel Online zu den bekanntesten Nutzern von LaterPay.

Die Tweets des Tages
Erinnerungen an #RichardNixon. Tierische Euro-Münzen. Die gängigsten Geldmythen. Heute im Newsletter: bit.ly/2vLMzvp (tr) #Finanzen
twitter.com     

Anleihen sind sicherer als #Aktien? Überweisungen kann man zurückziehen? Wir fühlen #Geld-Mythen auf den Zahn: bit.ly/geldmythen-teil-2 (tr)
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Am Vortag meistgeklickt

Fettnäpfchen vermeiden – erfolgreich auf Englisch verhandeln

Englischkenntnisse aus dem Schulbuch können sich bisweilen als untauglich erweisen, wenn lange Verhandlungen mit britischen, amerikanischen oder australischen Kollegen ohne Ergebnis bleiben. Viele Vertragsgespräche scheitern an Formalien oder Inhalten, manchmal fehlt es aber auch an dem nötigen Fingerspitzengefühl für den angloamerikanischen Kollegen. Lesen Sie hier, welche Fettnäpfchen Sie im persönlichen Gespräch, am Telefon oder per E-Mail vermeiden sollten und wie Sie erfolgreich englischsprachige Verhandlungen führen:
sueddeutsche.de     

Was die nächsten Tage wichtig wird
Am Sonntag vor 56 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer. Am Montag veröffentlicht die pbb Deutsche Pfandbriefbank ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2017. Ferner legt die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG ihren Halbjahresabschluss vor.

Der Nachschlag

Kuriose Fragen beim Vorstellungsgespräch

Was antworten Sie, wenn Sie beim Vorstellungsgespräch nach Ihrem Grundschulzeugnis gefragt werden oder Ihr zukünftiger Chef gerne wissen möchte, warum Sie keinen Ehering am Finger tragen? Viele Bewerber bereiten sich gründlich auf Vorstellungsgespräche vor – und dann werden unangenehme Fragen gestellt, die den Kandidaten aus dem Konzept bringen. Welche absurden Erlebnisse Bewerber mit potenziellen Chefs noch hatten, lesen Sie hier:
spiegel.de