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Bankenbrief
Wichtiges vom 12. Oktober 2017

Das Thema

Weidmann sieht Perspektiven für geldpolitische Normalisierung

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat für eine rechtzeitige Anhebung der Zinsen plädiert, sobald die Teuerung anzieht. Die Niedrigzinsphase dürfe "nicht zu lange dauern und im Aufschwung müssen die geldpolitischen Zügel zügig und konsequent angezogen werden", erklärte er laut Vorabbericht der "Wirtschaftswoche" in einem Interview mit dem Magazin. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihre Leitzinsen seit längerem auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Die gegenwärtige konjunkturelle Entwicklung in der Währungsunion beurteilte Weidmann positiv: "Wir erwarten, dass der Auslastungsgrad zunimmt und der Preisdruck steigt. Das eröffnet die Perspektive auf eine geldpolitische Normalisierung." Die Geldpolitik müsse symmetrisch handeln, betonte der Bundesbankpräsident. "Wenn der Preisdruck zunimmt, müssen wir geldpolitisch straffen. Und wir dürfen dabei keine Rücksicht auf die Finanzierungslasten der Staaten nehmen“, sagte er. Es stelle sich die Frage "wie viel Spielräume die Geldpolitik noch hat, wenn der nächste Abschwung kommt". Ihr Inflationsziel von knapp unter 2 Prozent wird die EZB nach Ansicht von Weidmann erreichen. Es liege an vorübergehenden Faktoren wie dem Schuldenabbau der Regierungen, der Unternehmen und privaten Haushalte, dass dies noch nicht der Fall sei. Eine Änderung des Inflationsziels lehnt Weidmann ab: "Es würde unserer Glaubwürdigkeit schaden."
wiwo.de     
finanzen.net     
de.reuters.com     

Die Meldungen

Bund will Commerzbank-Anteile nicht verkaufen

Die Bundesregierung will ihre Anteile an der Commerzbank nicht veräußern. "Wir haben definitiv nicht vor, zu verkaufen. Der Verlust wär zu hoch", sagte ein Regierungssprecher. Aktuell hält der Bund noch 15 Prozent an dem Geldhaus. Er wolle möglichst einen Erlös von 3,5 Milliarden Euro erzielen, berichtete  die "Welt" mit Berufung auf Finanzkreise. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Konkurrenten Interesse an dem Frankfurter Institut gezeigt, zuletzt auch das französische Geldhaus Crédit Agricole.
welt.de     

EU beklagt "Blockade" bei Brexit-Verhandlungen

Die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt haben ihr erstes Etappenziel klar verfehlt. Es gebe bisher keinen ausreichenden Fortschritt, um die wichtige zweite Phase der Brexit-Gespräche zu starten, stellte EU-Unterhändler Michel Barnier heute fest. Im Streit über die Schlussrechnung beim EU-Austritt Großbritanniens gebe es sogar eine "Blockade". Die EU hofft nun, dass die Hürde bis Dezember genommen wird. Ursprünglich wollte die EU bis Mitte Oktober mit der britischen Regierung wichtige Fragen der Trennung klären und danach über die künftigen Beziehungen sprechen. 
faz.net     

JPMorgan steigert Gewinn überraschend stark

Die größte US-Bank JPMorgan Chase hat ihren Konzernüberschuss im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar (5,7 Milliarden Euro) gesteigert. Dies teilte das Geldhaus heute mit. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Vorstandschef Jamie Dimon sprach von einem weiteren Quartal mit soliden Ergebnissen. Er hob das starke Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft hervor.

Citigroup erhöht Gewinn

Die US-Großbank Citigroup hat ihren Konzerngewinn im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 8 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro) erhöht. "Wir haben ein sehr starkes Quartal abgeliefert", kommentierte Bankchef Michael Corbat heute die Zahlen.
finanzen.net     

Urteil im Berufungsprozess gegen UBS am Montag erwartet

Im Londoner Berufungsprozess um die Finanz-Geschäfte der Leipziger Wasserwerke (KWL) gegen die Großbank UBS soll am Montag in London das Urteil gesprochen werden. Das teilte ein Sprecher der Leipziger Stadtholding heute mit. Bei dem Streit zwischen dem Schweizer Geldhaus und die Stadt Leipzig vor dem Court of Appeal geht es darum, wer den Schaden aus den Finanzwetten eines früheren KWL-Geschäftsführers tragen muss. Zusammen mit Zinsen, Prozesskosten und Währungsschwankungen geht es für die Stadt Leipzig um rund 500 Millionen Euro.
focus.de     

Leitindex Dax übersteigt 13.000 Punkte

Der deutsche Leitindex Dax hat erstmals den Sprung über die Marke von 13.000 Punkten geschafft. Er stieg in der Spitze bis auf 13 002,34 Punkte, kehrte anschließend aber wieder knapp unter die Marke zurück. Im bisherigen Jahresverlauf liegt der Dax nun mehr als 13 Prozent im Plus.
boerse.ard.de     

Fintech-Kreditvermittler Compeon: Finanzierungsrunde erfolgreich 

Das Finanz-Start-up Compeon hat nach eigenen Angaben in einer Finanzierungsrunde 12 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem Geld solle die IT-Plattform ausgebaut und in neue Segmente wie die Absatzfinanzierung investiert werden, erklärte Geschäftsführer Frank Wüller in einem Interview. Das auf Firmenkunden spezialisierte Unternehmen habe in diesem Jahr bislang Kredite in dreistelliger Millionenhöhe vermittelt. Zu seinem Portfolio zählen mehr als 200 Partnerbanken, darunter die HypoVereinsbank oder die Postbank.
finanz-szene.de     

Postbankfilialen bleiben im Norden zu 

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sollen morgen und übermorgen sämtliche Filalen der Postbank geschlossen bleiben. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten des Instituts im Norden auf, sich an dem Warnstreik zu beteiligen, um für die Forderungen nach höheren Löhnen und besserem Kündigungsschutz zu kämpfen. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit 18.000 Beschäftigten bei Postbank, Postbank Filialvertrieb AG sowie Tochterunternehmen waren im September abgebrochen worden.
kn-online.de     

Digitalwährung Bitcoin durchbricht 5.000-Dollar-Marke 

Die digitale Währung Bitcoin hat heute erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar (4.225 Euro) überschritten. Auf der Handelsplattform Bitstamp verteuerte sich ein Bitcoin um bis zu 7,6 Prozent auf 5.186 Dollar. Vor 12 Monaten hatte er noch deutlich unter 1.000 US-Dollar notiert. Analysten nannten als Grund für den Preisauftrieb Spekulationen über eine absehbare technische Neuerung bei Bitcoin. Für den 25. Oktober wird eine weitere Teilung der Währung erwartet. Bereits im August kam es zu einer Aufspaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash. Nun solle Bitcoin Gold hinzukommen. Die Bundesbank sieht die Kryptowährung als reines Spekulationsobjekt.
spiegel.de     

Argentinien prüft Ausgabe von Euro-Anleihe

Nach dem großen Interesse an seiner Jahrhundert-Anleihe erwägt Argentinien die Ausgabe einer Euro-Anleihe. Nach Aussagen von Finanzminister Luis Caputo ist es sehr wahrscheinlich, dass einer der nächsten Emissionen in der Gemeinschaftswährung erfolge. Der nächste Bond im Wert von 2,6 Milliarden Dollar soll seinen Worten zufolge bis spätestens Anfang November emittiert worden sein.

Kreditwirtschaft lobt Eurex-Partnerschaftsprogramm

Icon Top News Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt das in dieser Woche gestartete Partnerschaftsprogramm der Eurex Clearing AG. In enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern wird die Eurex Clearing ihre Arbeiten zur Entwicklung einer stabilen und liquiden Clearing-Plattform beschleunigen, um so ein alternatives Angebot für das Clearing von Zinsswaps in der Europäischen Union zu schaffen. Diese marktorientierte Initiative fördert den Wettbewerb und leistet einen wichtigen Beitrag zur Finanzmarktstabilität in Europa.

Die Köpfe

EZB-Chefvolkswirt Praet spricht über zeitliche Ausdehnung der Ankäufe

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, hat öffentlich über eine mögliche zeitliche Ausdehnung der Anleihekäufe durch die Notenbank nachgedacht. Er machte ein ruhigeres Marktumfeld aus, das wiederum für geduldigere Investoren sorge, wie seinem Redetext zu entnehmen ist. Deshalb sehe er Voraussetzungen für einen Ankaufplan, der über eine ausgedehntere Zeitstrecke geht. Er fügte hinzu, dass es der Eurozone konjunkturell so gut gehe wie seit Jahren nicht mehr.
n-tv.de     

IWF-Chefin Lagarde lobt Wirkungen der Globalisierung

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat sich positiv zu den Auswirkungen der Globalisierung geäußert. Die wirtschaftliche Integration habe der Welt enorm viel Wohlstand beschert, sagte sie in Washington. Globalisierung habe dazu beigetragen, dass deutlich weniger Menschen in extremer Armut leben müssten. Einer Studie zufolge würden die ärmsten 10 Prozent rund 63 Prozent ihrer Kaufkraft verlieren, wenn alle Grenzen dicht gemacht werden würden.

Flint wird neuer Chef der Großbank HSBC

Die britische Großbank HSBC hat einen Nachfolger für den scheidenden Vorstandschef Stuart Gulliver ernannt. John Flint übernehme das Amt zum 21. Februar 2018, teilte das Institut heute mit. Der 49-Jährige leitet derzeit das Geschäft mit Privatkunden und der Vermögensverwaltung.

HSH-Chef Ermisch ist für Verkaufslösung optimistisch

Der Chef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, hält einen Verkauf des gesamten Instituts weiter für möglich. Er sehe eine ökonomisch sinnvolle Lösung ganz nah, sagte er in einem Interview. Er rechne mit Offerten für die gesamte Bank. Es gebe eine Reihe starker Interessenten. Diese können noch bis zum 31. Oktober verbindliche Angebote abgeben. Nach Vorgaben der EU muss die Bank bis Ende Februar 2018 verkauft werden. Die Kernbank entwickele sich außergewöhnlich gut, und auch die Altlasten der Abbaubank aus den Jahren 2004 bis 2009 hätten sich schneller als erwartet reduziert, sagte Ermisch. 
wiwo.de     

EZB-Bankenaufseher Vesala verlässt die Notenbank

Bankenaufseher Jukka Vesala wird im kommenden Jahr die Europäische Zentralbank (EZB) verlassen. Wie die Notenbank heute mitteilte, habe er sich entschlossen, ab Mitte April 2018 eine neue Position einzunehmen. In einer Abkühlphase solle er noch für die Zentralbank tätig sein, aber nicht in Bereichen, die mit der Aufsicht oder Geldpolitik befasst seien. Der Finne war seit 2014 in der EZB-Bankenaufsicht für die kleineren Institute zuständig. 
de.reuters.com     

Am Vortag meistgeklickt

Das perfekte Banker-Foto

Ob im Internet, in Broschüren oder für die schriftliche Bewerbung  –  Porträtfotos sind für die Karriere äußerst wichtig. Profifotograf Thomas W. Klein hat jedoch gerade bei Finanzprofis die Erfahrung gemacht, dass sie sich nur widerwillig ablichten lassen. Er rät: Überwinden Sie sich, treten Sie nicht mürrisch und introvertiert auf. Denn entscheidend sei der Ausdruck und wie Sie ins rechte Licht gerückt werden. Auch bei der Kleidung gibt es kleine Tricks. Welche Trends in der Porträtfotografie angesagt sind und wie Sie vor der Linse die beste Wirkung erzielen, erfahren Sie hier:

Was morgen wichtig wird
Bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington äußern sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, vor der Presse. Am Abend nehmen beide zudem an einer Pressekonferenz zum Wechsel des Vorsitzes bei der G20-Gruppe teil. Argentinien übernimmt die zeitliche befristete Rolle von Deutschland. Argentiniens Finanzminister Nicolás Dujovne und der Notenbankchef des Landes, Federico Sturzenegger, stellen hierzu ihre Pläne vor. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) lädt in Washington zur Pressekonferenz. Die US-Geldhäuser Wells Fargo und Bank of America präsentieren ihre Ergebnisse des dritten Quartals. Das Bundeswirtschaftsministerium stellt seinen Monatsbericht für Oktober vor.

Der Nachschlag

Von Mobbern, Schnecken und Schnackern

Haben Sie auch Kollegen oder Vorgesetzte, die kreative Informationen regelmäßig abschmettern, bei Fehlern, die Schuld anderen zuschieben oder hinter vorgehaltener Hande schlecht über andere reden? Diese unangenehmen Zeitgenossen können das Arbeitsklima stark belasten. Mobber, Schnecken oder Schnacker stellen eine Gefahr für das gesamte Unternehmen dar. Welche Mitarbeitertypen negativ auffallen und was Sie im Umgang mit Ihnen beachten sollten, lesen Sie hier.