Der Bankenbrief – Kompakt, informativ und ohne eigenen Rechercheaufwand.

Bankenbrief
Wichtiges vom 6. Dezember 2017

Das Thema

Brüssel fordert europäischen Finanzminister und EWF

Die EU-Kommission hat heute in Brüssel ihre Pläne für einen tiefgreifenden Umbau der Wirtschafts- und Währungsunion vorgelegt. Sie will den Posten eines europäischen Finanzministers schaffen. Zudem soll der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), der vor allem Kredite an finanziell angeschlagene EU-Staaten vergibt, in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) umgewandelt werden, hieß es in den Vorschlägen. Der neue Finanzminister soll zugleich Vizepräsident der Kommission und Eurogruppen-Chef sein. Er würde den EWF überwachen und vom Europaparlament kontrolliert. Die Pläne sollen dazu dienen, die Eurozone und die gesamte EU gegen künftige Finanzkrisen widerstandsfähiger zu machen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte die Richtung des Umbaus vorgegeben, nachdem in Großbritannien das Votum für den geplanten EU-Austritt gefallen war. Die Vorschläge müssen von den EU-Staaten und dem Europarlament genehmigt werden. Das Amt eines EU-Finanzministers war bereits mehrfach ins Gespräch gebracht worden und hatte heftige Debatten ausgelöst.
sueddeutsche.de     
spiegel.de     
bild.de     
zeit.de     
europa.eu (Mitteilung der EU-Kommission)     

Die Meldungen

BaFin prüft Angaben des Deutsche-Bank-Großaktionärs HNA

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüft HNA, den chinesischen Großaktionär der Deutschen Bank. Die Behörde untersucht, ob der chinesische Konzern korrekte Stimmrechtsangaben gemacht hat, als er sich in diesem Frühjahr schrittweise bei Deutschlands größtem Geldhaus einkaufte. Die Beteiligung macht knapp 10 Prozent aus.

US-Steuerreform setzt Schweizer Großbanken unter Druck

Die geplante US-Steuerreform könnte die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse dazu zwingen, milliardenschwere Abschreibungen vorzunehmen. Nach Schweizer Medieninformation geht es dabei um die Verlustvorträge, die von den beiden Geldhäusern während der Finanzkrise in den USA gebildet wurden. Eine Senkung der Unternehmenssteuern auf 20 von bislang 35 Prozent zöge für die Credit Suisse eine Wertminderung ihrer Verlustvorträge um 2,1 Milliarden Franken (1,8 Milliarden Euro) nach sich, bestätigte heute ein Sprecher des Instituts.
finanzen.ch     

Nord/LB sieht weiteren Kapitalbedarf

Die Nord/LB benötigt nach Worten ihres Vorstandschefs Thomas Bürkle mittelfristig weiteres Kapital. Die derzeitige Kernkapitalquote von rund 12 Prozent sei zwar gut. Der Markt, die Ratingagenturen, die Eigentümer und mitunter auch die Aufsicht erwarteten aber mehr. Notwendig sei eine Kernkapitalquote von rund 13 Prozent, sagte er. "So schnell es eben geht streben wir das an."

Bitcoin erstmals über 12.000 Dollar

Trotz aller Kritik ist der Run auf die Kryptowährung Bitcoin weiter groß. Auf der Luxemburger Plattform Bitstamp sprang der Kurs heute erstmals über die Marke von 12.000 US-Dollar (10.129 Euro). Anfang des Jahres waren es noch weniger als 1.000 Dollar. Börsianer warnten, die Anleger blendeten mögliche Risiken komplett aus.
faz.net     

Die Köpfe

EZB-Direktor Mersch: Noch mehr Anleihekäufe kaum vorstellbar

Yves Mersch, Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), hat eine mögliche nochmalige Erweiterung der Anleihekäufe durch die Notenbank angesichts der Wirtschaftsbelebung in der Eurozone als höchst unwahrscheinlich bezeichnet. Werde die gegenwärtige Wirtschaftsaufhellung extrapoliert, dann sei es kaum anzunehmen, dass das derzeitige Volumen der Ankäufe noch einmal erhöht werden müsse, sagte er heute in Frankfurt. Je länger die Käufe andauerten, desto geringer sei ihre Wirkung.
de.reuters.com     

DB-Chefvolkswirt Folkerts-Landau: größte Anleihen-Blase der Geschichte

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hat sich besorgt über die extrem niedrigen Zinsen an den Anleihemärkten geäußert. Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), zumindest bis September 2018 Anleihen zu kaufen, hält er für schädlich. Die Entwicklung der Kapitalmarktrenditen sind seiner Ansicht nach aus dem Ruder gelaufen. Gemessen am Wirtschaftsboom in Deutschland müsste die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bei 2 bis 2,5 Prozent notieren, stattdessen liege sie bei lediglich 0,3 Prozent. "Das ist die größte Anleihepreisblase in der Geschichte der Menschheit", warnte der Ökonom. "Die Frage ist: Kommen wir da ohne eine Finanzkrise heraus?"
wiwo.de     

Altmaier bei Bankenunion in Schäubles Fußstapfen

Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier hat bei der Debatte um das Fortschreiten der Bankenunion in Brüssel nach Medieninformationen die Grundsätze seines Vorgängers Wolfgang Schäuble hochgehalten. Er habe die EU-Partner aufgefordert, bei der Risikoreduzierung Nägel mit Köpfen zu machen, hieß es. Bis zum Sommer müsse man sich einigen, wie weit die Risikoreduzierung fortgeschritten und was noch zu tun sei, habe er erklärt. Einige Unionsabgeordnete hatten die Sorge, dass Altmaier, der sich auf europäischer Ebene als Vermittler sieht, zu moderat auftreten könnte.
welt.de     

Am Vortag meistgeklickt

Fit für den digitalen Wandel – vier Handlungsprinzipien für Chefs

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran, keine Branche bleibt davon verschont. Doch wie stärken und sichern Unternehmer die Zukunftsfähigkeit ihrer eigenen Firma? Bei einer erfolgreichen digitalen Transformation geht es nicht nur um neue Technologien und Plattformen, erklärt Experte Klaus Schwab. In Unternehmen haben sich dafür auch vier zentrale Handlungsprinzipien bewährt. Dazu zählt vor allem, agil zu bleiben und den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Lesen Sie hier, wie Sie Chancen der Digitalisierung erkennen und unternehmerisch nutzen können:
capital.de     

Was morgen wichtig wird
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und der Vorsitzende des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht und Gouverneur der Schwedischen Reichsbank, Stefan Ingves, wollen die Beschlüsse zu den Basel-III-Finanzreformen erklären. – In Berlin veranstaltet die SPD ihren Bundesparteitag, der über mögliche Gespräche zu einer Regierungsbildung mit der Union entscheiden soll (bis 9. Dezember). – Microsoft lädt zu einer Paneldiskussion in Berlin zum Thema "Mehr Digitalkompetenz für Deutschland". – In Frankfurt widmet sich ein Presse-Roundtable, veranstaltet von der französischen Bank Société Générale, dem Thema "Aktien- und Anleihemärkte – Kapitalmarktausblick 2018".

Der Nachschlag

Wie bei der Bewerbung den Jobverlust ansprechen

Dem radikalen Wandel in der Bankenbranche fallen viele Arbeitsplätze zum Opfer. Auch Finanzprofis haben in diesen Zeiten einen schweren Stand, wenn sie sich um eine neue Stelle bemühen. Viele fragen sich, wie sie mit ihrer Kündigung im Bewerbungsschreiben umgehen sollen. Headhunter raten, ehrlich zu sein und sich offensiv zu verhalten. Vorteilhaft sei zudem, wenn aus dem Zeugnis des Arbeitgebers hervorgehe, dass Kostengründe beziehungsweise Umstrukturierungen für den Jobverlust ausschlaggebend waren. Wie Sie sich ansonsten am besten verhalten sollten, lesen Sie hier: